Freitag, 14. Juli 2017

Der Skipper hat uns ein Einhandablegemanöver um spätestens 9 Uhr in Aussicht gestellt, wir mögen getrost länger schlafen. Kurz vor 10, nachdem wir alles zum Ablegen vorbereitet haben, wecken wir ihn und lassen Vrboska hinter uns. Für heute haben wir uns nur die ca. 6-stündige Fahrt zurück nach Trogir, unterbrochen von ein bis zwei Badestopps und einem Tankstopp vorgenommen. Nach drei Stunden steuern wir die Hafentankstelle in Rogac an, unsere Badestopppläne  lösen sich augenblicklich in Luft auf. Vor uns warten ungefähr 20 Schiffe aufs Tanken, ein Tankvorgang lässt sich kaum unter 10 bis 15 Minuten abwickeln. Wie beim Schilift gibt es auch hier natürlich Drängler, nicht alle Skipper sind Gentlemen (die Skipperinnen zeigen übrigens ein deutlich besseres Sozialverhalten). Und noch eine Nebenbemerkung: Unter den wartenden Schiffen sind auch einige der Yacht Week, gut die Hälfte davon von Skipperinnen gesteuert.

Das beeindruckendste Ereignis des heutigen Tages kommt allerdings knapp, bevor wir an der Reihe sind: Ein unglaublich hässlicher, unglaublich dicker Deutscher auf einem unglaublich uneleganten mittelgroßen Motorboot drängt sich vor und bestätigt jedes Vorurteil, das irgendwo auf diesem Planeten gegen deutsche Touristen gehegt wird. Mehr Platz ist dieses – hier bitte ich die geneigten Leser*innen, ein Wort ihrer Wahl einzusetzen – nicht wert. Nach deutlich mehr als zwei Stunden verlassen wir Rogac.

Es ist wieder sehr windig, das und die Verzögererungen lassen einen Badestopp nicht opportun erscheinen, unser Törn endet pünktlich um 17 Uhr in der Marina Trogir mit einem außerordentlich eleganten Anlegemanöver. Ein würdiger Abschluss. Wenig später kommt der Marinero und nimmt das Schiff ab, das war’s.

Danke an Thomas fürs Organisieren, danke an den Skipper für die souveräne Bootsführung und eine problemlose Woche, danke an Gusti für seine wertvolle Beteiligung an allen seemännischen Manövern, danke an Franz für seine köstlichen Mixturen, danke an Martin S. für die technische Leitung inklusive prompter Wischinformationen, wann immer notwendig, danke an Hary für die musikalische Begleitung vor allem der Zeremonie. Ein Boot wird erst durch das Schifferklavier zum Schiff.

Das war Kleinpertholz in der Welle 2017. Der Chronist bedankt sich bei und verabschiedet sich von den geneigten Leserinnen und Lesern. Rückenwind und Sonnenschein im Gesicht!

Donnerstag, 13. Juli 2017

Heute ist individuelle Vormittagsgestaltung angesagt, wir haben nur eine relativ kurze Bootsfahrt nach Vrboska auf dem Programm, wo wir um spätestens 18 Uhr eintreffen müssen, um unseren reservierten Platz zu erhalten.

Der Skipper, Hary und euer Chronist treffen sich und einander eher zufällig auf der Terrasse des Restaurants zum gemeinsamen Frühstück. Dabei hören wir die interessante Konversation der österreichischen Crew vom Nachbartisch mit. Der Skipper stellt es den etwas 20-jährigen Burschen (die einen erbarmungswürdigen Eindruck machen) frei, noch einen dritten Tag saufend in der Marina zu verbringen, ob sie das Angebot letztlich annehmen, entzieht sich unserer Kenntnis.

Wir legen gegen Mittag ab, nach zwei Stunden lädt uns der Skipper zum Badestopp, wieder hat er einen wunderbaren Platz ausfindig gemacht. Der Törn geht in die Geschichte als der mit den meisten Badestopps ein (und wahrscheinlich auch als der heißeste aller Zeiten).

Kurz vor sechs legen wir dann (fast) direkt vor dem Hafenrestaurant Trica Gardelin an. Für den heutigen Abend ist das jährliche Crewfoto geplant, selbstverständlich steht auch noch der Spaziergang zum Adria-Ursprung an. Vrboska – wir kommen!

Der Abend hat die Erwartungen erfüllt – gutes Essen, netter Spaziergang, ein interessanter nächtlicher Gast. Harry aus San Francisco kommt nach Mitternacht auf unser Schiff, wir plaudern über Europa und die USA, auch über einen Idioten namens D.T. Später tauschen Martin S. und Henry Karten – letzterer ist Investment Specialist und wird mit seiner Crew aus Berufskollegen die Firma Synchronics Engineering GmbH auf einen Jahresumsatz von 80 Millionen Dollar pushen. Glücklich geht Martin schlafen, wir auch.