Sonntag, 07.07.19

Gegen 8 Uhr morgens sind alle Besatzungsmitglieder und der Skipper wieder voll leistungsfähig und Martin kocht uns ein energiehaltiges Seefahrerfrühstück mit (nicht angebrannter) Eierspeise, Schinken und geröstetem Zwiebel. Nach genussvollen Verzehr des Essens (danke, Martin) macht sich die Neigungsgruppe „Landgang“ (Martin, Thomas und Harry) mit dem Beiboot, das immerhin einen 15 PS – Außenbordmotor aufweist, auf den Weg in die Ortschaft Skradin, wobei das Beiboot sichtlich ganz eindeutig über die Belastungsgrenze gebracht wird und die Zurückbleibenden der Fuhre sorgenvoll nachblicken. Schließlich verschwindet das sehr, sehr tiefliegende Beiboot (quasi ein U-Boot auf Periskoptiefe) in den Wellentälern in der Ferne, begleitet von Stoßgebeten der auf dem Boot verbliebenen Mannschaft. Jedenfalls kehren unsere Abenteurer nach ca. einer Stunde gesund und glücklich zurück, und um ca. 10:00 Uhr fahren wir nach einem perfekten Standard-Ablegemanöver nach Tribunj, wo wir noch nie gewesen sind und das ca. 16 Seemeilen entfernt ist.

Eine ruhige, ereignislose und entspannende Fahrt endet um 16:30 in der Marina von Tribunj, wo für einen Katamaran ziemlich beengte Platzverhältnisse herrschen, unser Skipper aber mit tatkräftiger und erfahrener Mithilfe der Mannschaft tadellos anlegt. Dieses Anlegemanöver wird von Andreas M. (Leserinnen/Leser dieser alljährlich wiederkehrenden Reporte wissen bereits, dass es sich um einen alten Bekannten unserer Crew handelt) von der Balkonterrasse seiner bescheidenen, in Hanglage mit perfekter Aussicht gelegenen, neu erbauten modernen Villa beobachtet und als halbwegs gelungen abgesegnet.

Nach einem kleinen Manöverschluck machen wir uns in den wahrlich mondänen Sanitärräumen der Marina (alles neu, sehr großzügig und klinisch sauber) frisch und besuchen danach Andreas und seine Frau  nach schweißtreibendem Anstieg in ihrem Anwesen, wo wir jeweils zu einer Dose Bier eingeladen werden. Eine Stunde lang genießen wir die phantastische Aussicht und hören abenteuerliche Geschichten, die sich im Zuge der Errichtung der Villa zugetragen haben sollen und angeblich noch immer nicht beendet sind. Diese Anekdoten hören sich an wie ein Konglomerat sämtlicher Shakespeare-Dramen vermengt mit den sieben Todsünden und handeln von Unvermögen, Dummheit, Überforderung, Missgunst, Käuflichkeit, Unfähigkeit, Hochmut, Trägheit, Neid, Zorn, Habgier und Rache.

Abends sitzen wir mit Familie M. auf deren Empfehlung in der Konoba „Luna“ direkt am Meer und beobachten, während wir unsere mehrheitlich als sehr gut befundeten Speisen konsumieren, in der Ferne ein gewaltiges Himmelsschauspiel mit einem schwarzen, fahlgelben bis feuerroten, durch ein Blitzfeuerwerk erleuchteten Himmelshorizont.

Der Aufbruch erfolgt rechtzeitig, denn wenige Minuten, nachdem wir an Bord gegangen sind, kommt Regen und Sturm auf und der wild herumschlingernde Katamaran muss auf Befehl des Skippers straffer vertäut werden. Dies geschieht ohne Mannschaftsverluste, und schon sehr bald ist das Unwetter vorbei und die gesamte Mannschaft sitzt noch bis in die frühen Morgenstunden (wie immer in absolut positiver Stimmung) diskutierend an Deck der „Bella V“.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>