Mittwoch 10.07.19

Der Großteil der Mannschaft begibt sich zwischen acht und halb neun Uhr ausgeschlafen an Deck, lediglich unsere beiden Nachtabenteurer ruhen deutlich länger. Es ist geplant, ein Frühstück im dem Boot gegenüberliegenden Lokal “Fortuna“ einzunehmen, allerdings ist die Mannschaft zuerst von den sich drohend aus dem Norden nähernden blauschwarzen Wolken stark beeindruckt. Während noch über den Zeitpunkt des Frühstücks diskutiert wird, erleichtert die Natur die Entscheidungsfindung.

Zuerst noch tropfenweise, dann aber aus allen verfügbaren geöffneten Schleusen ergießt sich Wasser vom Himmel. Die Hafenpromenade steht dabei so unter Wasser, dass sich dieses Niagarafall-adäquat über die gesamte Länge der Hafenmole ins Hafenbecken ergießt; um jetzt das Frühstückslokal zu erreichen, müssten wir das Beiboot benutzen, wobei fraglich wäre, ob der Außenbordmotor gegen den Wasserfall eine Chance hätte. Die Mannschaft beobachtet fasziniert, wo es bei einem Katamaran überall hereinregnen kann.

Die größten Naturgewalten sind jedoch nach einer halben Stunde vorbei, es hat deutlich abgekühlt und regnet nur mehr leicht. Das Frühstück wird im überdachten Bereich des Lokales eingenommen, ist reichlich und schmeckt wie immer sehr gut. Nachdem auch der Skipper gegen elf Uhr zu uns stößt, wird über den weiteren Tagesablauf beraten. Unser Skipper ist dafür, diesen Tag zur Gänze in Primosten zu verbringen, da das Wetter weiterhin unberechenbar bleibe, andere Boote nicht auslaufen würden und deshalb ein Liegeplatz in einem anderen Hafen eher unsicher sei.

Die Mannschaft schließt sich dieser Beurteilung an, und so wird ein Ruhetag in  Primosten beschlossen. Durch die Wetteränderung ist auch wieder eine lange Beinkleidung sowie ein Fleecejäckchen gefragt, und die Besatzungsmitglieder verbringen die nächsten Stunden lesend und schlafend. Allerdings klart es am Nachmittag auf und die Sonne lacht wieder vom blauen Himmel. So erfüllt sich unser Skipper einen schon lange gehegten Herzenswunsch. Das Beiboot wird zu Wasser gelassen und unser Kapitän fährt damit wie ein Jugendlicher, der gerade stolz und glücklich seine erste Moped-Ausfahrt macht, hinüber in den Fischerhafen. Nach seiner Rückkehr nimmt er noch Harry mit dem Beiboot in ein ca. 70 Meter entferntes Lokal mit, und dieser schickt uns ein herzzerreißendes WhatsApp-Filmchen, das die wilde Fahrt (es wurde ein kleiner Umweg genommen) in Echtzeit zeigt.

Andere Besatzungsmitglieder gehen zur Kirche hinauf, sich eine Palatschinke oder Eis kaufen, baden oder bleiben einfach an Bord. Nachmittags kocht Thomas Spaghetti, verschiedene Arten von Pesto (auch selbstgemachtes von Gusti) werden dazu angeboten. Am Abend ist wieder (wie gestern) in der Konoba „Toni & Ivana“ für uns reserviert und das Abendessen ist nach Meinung aller Beteiligten ausgezeichnet. Im Rahmen des Abendessens zeigt sich unser Skipper wieder in Hochform und trägt der vor atemloser Spannung Fingernägel kauenden Mannschaft Begebenheiten aus seinem abenteuerlichen Leben vor. Lediglich die ständigen Google-Überprüfungen von in diesen Geschichten auch vorkommenden objektiven Fakten und Tatsachen durch Martin kommt dabei beim Skipper nicht so gut an.

Der weitere Abend wird am Schiff verbracht, wobei einige Besatzungsmitglieder im Selbstversuch feststellen, dass Gin Tonic ohne Tonic deutlich besser schmeckt als mit. Die Mannschaft geht zeitgerecht schlafen, der Skipper hält Nachtwache.

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