Donnerstag, 11.07.19 und Freitag 12.07.19

Nach Erfrischung in den Sanitäranlagen wird das Frühstück wieder im Lokal „Fortuna“ eingenommen, wobei nach kurzer Zeit auch der Skipper zur Mannschaft stößt. Das Bedienungspersonal im „Fortuna“ fragt nicht mehr lange nach den Wünschen der Seefahrer, da seit Jahren immer wieder quasi identisch bestellt wird, und so kommen Ham and Eggs, Toast und Omelette auf den Tisch. Nach dem sehr geruhsamen Frühstück legen wir um 10:50 Uhr gekonnt ab und fahren in Richtung Rogoznica, welches nur wenige Seemeilen entfernt auf einer Halbinsel liegt und wo wir einen Liegeplatz im Stadthafen reserviert haben.

Da inzwischen etwas Wind aufgekommen ist, beschließt die Neigungsgruppe „Segeln“, die sich im Wesentlichen auf Gusti (ein über Jahrzehnte erfahrener begeisterter Segler), Martin (ebenso begeistert, aber weniger erfahren) und eventuell noch Harry (quasi der Segellehrbub) beschränkt, die Leintücher herauszulassen und nur mit Windeskraft voranzukommen.

Tatsächlich lassen sich die Segel herausfahren (wir fuhren auch schon einmal ein Segelschiff, wo dies während des gesamten Törns nicht möglich war) und die wenigen Knoten Wind reichen für ein relativ zügiges Vorankommen. Es wird gekreuzt, dass es eine Freude ist, der Baum schlägt mit Ehrfurcht gebietender Wucht von links nach rechts und umgekehrt (Thomas, welcher an einer ausgeprägten Segelallergie leidet, kann unter Deck kaum seinem Ruhebedürfnis nachkommen), Gusti gibt knappe Empfehlungen, welche von Martin mutig und zügig umgesetzt werden. Nach längerem begeistertem Segeln, welches vom Skipper stets kritisch verfolgt wird, werden die Segel eingeholt und die Motoren übernehmen wieder die Verantwortung für die Vorwärtsbewegung.

Das Anlegemanöver im Hafen von Rogoznica erfolgt laut Logbuch um 15:00 Uhr, eine unter Wasser befindliche Kante an der Hafenmauer erfordert besondere Vorsicht. Direkt auf der Hafenmole befindet sich die Flaniermeile von Rogoznica, von wo die Flanierenden direkten Einblick auf das Boot und seine Mannschaft genießen, aber auch umgekehrt kann man vom Boot aus viele Menschen und Hunde beobachten. Mehrere Crewmitglieder gehen zum nahegelegenen Badestrand, der Rest bewacht das Boot bzw. gibt sich dem Ruhebedürfnis oder Lesevergnügen hin.

Gegenüber der Anlegestelle befindet sich das allen seit Jahren bekannte Lokal „Antonio“, wo ein Tisch für das Abendessen reserviert wird. Bevor das Abendessen um 20:00 Uhr eingenommen wird, wird unser alljährliches Crew-Gruppenfoto geschossen, für das Thomas jedes Jahr gewissenhaft unsere Crewleiberln mit der aktuellen Jahreszahl bedrucken lässt (die befindet sich allerdings auf der Rückseite der Shirts, sodass schon ein gewisses Insiderwissen dazugehört, die Jahre auseinanderzuhalten und richtig zuzuordnen). Diesmal hat Thomas auch Seefahrer-Mützen und Halstücher aus dem Faschings-Fundus besorgt, was auf den Fotos die Seriosität der Mannschaft mehr als unterstreicht.

Das Essen ist, wie in diesem Lokal gewohnt, ausgezeichnet, jeder einzelne ist sehr zufrieden und wir werden vom Padrone einzeln mit Handschlag verabschiedet. An Bord werden die Reserven an harten Getränken mit Gin Tonic (Harry hat dankenswerter Weise wieder Tonic besorgt) und Cuba Libre (Cola-Rum) ihrer Bestimmung zugeführt, und für den nächsten Morgen das Aufstehen spätestens um acht Uhr vereinbart, da am letzten Tag eine längere Fahrstrecke zurückzulegen ist.

Am Freitagmorgen sind wirklich alle (auch Skipper Martin) um acht Uhr einsatzbereit und zuerst wird eine weitere Version des Crewfotos im Morgenlicht mit Schiffshintergrund angefertigt. Danach begeben wir uns auf die Suche nach einem Frühstückslokal, wir werden hin- und hergeschickt, werden jedoch nicht fündig. Thomas besorgt in einer Bäckerei als Notlösung einige Krapfen, dann fahren wir aus in Richtung Biograd, um den Katamaran zurückzugeben und unsere Heimreise anzutreten.

Die längste Fahrt unseres Törns wird von einem Tankstopp in Tribunj unterbrochen, wo wir das Schiff auftanken. Dort warten nur wenige Boote, und der Tankstopp ist in relativ kurzer Zeit routiniert erledigt. Wir haben diesmal so wenig Diesel wie noch nie nachgefüllt, was natürlich auf die eher kurzen Strecken zwischen den einzelnen Zielhäfen zurückzuführen ist. Aber das war unsere Absicht, und der/die treue Leser/Leserin unserer Reiseberichte erkennt, dass es auch möglich ist, nette Abenteuer zu erleben, ohne möglichst viele Seemeilen in kurzer Zeit zurückzulegen. Nach der Bootsrückgabe werden wir noch heute unseren Opel-Bus beladen und uns auf den Weg nach Hause machen. Hochgeschätzte Leserinnen und Leser, der Chronist (und Schiffsfotograf) bedankt sich für das Interesse an unseren Reiseberichten, es werden sicher (so Gott will) nicht unsere letzten sein. Danke auch an meine Freunde an Bord, die für einen harmonischen, humorvollen, abwechslungsreichen und gelungenen Ablauf unserer Seereise stets eine absolute Garantie sind. Auf ein Neues!

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