Dienstag, 14. Juli 2020

Nach einem sehr entspannten Frühstück besuchen wir das Museum Faust Vrancic. Der Guteste ist das kroatische Gegenstück zu Leonardo da Vinci, und er war – wenn man dem Museum glauben darf – auch ein echtes Universalgenie. Die Dame am Eingang ist ebenfalls ein sehr attraktives Subjekt (Objekt traue ich mir wirklich nicht zu schreiben), da wir aber auf Äußerlichkeiten null Wert legen, lassen wir uns von ihrem ausgezeichneten Englisch beeindrucken. Wahrlich eine gelungene Kombination.

Wir legen um ca. 11:00 Uhr ab, vor uns liegt eine sehr besinnliche Reise: Wir wollen unseren Freund vom Törn 2015 besuchen, das von uns so liebgewonnene Skelett. Herzlose Menschen bezeichnen es noch immer als Schwein, wir aber sind tief ergriffen, als wir uns dem Gedenkstein nähern. Das erste Ankermanöver muss allerdings abgebrochen werden, weil der Ankermotor nicht funktioniert. Unsere Unzufriedenheit mit dem Boot steigt (Einzelheiten erspare ich der geneigten Leserin). Gusti, unser Cheftechniker (er weiß Dinge, von denen der Chronist nicht einmal gewusst hat, dass er sie nicht weiß), hat die geniale Idee, die Betriebsanleitung zu lesen. Und ebenso genial ist die Umsetzung des Hinweises, dass der Ankermotor erst ab einer Maschinendrehzahl von 1500 funktioniert. Mit großer Umsicht ersucht Gusti den Skipper, den Bootsmotor einzuschalten und Standgas zu geben. Die Ankerkette schnurrt wie ein Kätzchen und wir können unseres Freundes still gedenken. Nach einem Fast-Badestopp (fast wegen der gefühlten Wassertemperatur von 18 Grad) machen wir uns auf die Weiterfahrt. Das Ziel ist – zur Überraschung aller an Bord und sicher auch aller Leser*innen – Primosten. Der ganze Ort begrüßt Thomas und den Skipper enthusiastisch, wir sind angekommen. Ein Novum ist, dass uns der Kellner des Fortuna, vor dem wir aufgrund der privilegierten Position von Tom, the Dentist, liegen, den Manöverschluck an Bord bringt.

Jetzt hat Franz eine geniale Idee: Wir könnten doch ins Hotel Zora gehen, um dort Malvasija zu trinken. Wir lassen uns überreden und verbringen eine gemütliche Stunde auf der Terrasse. Nach einem ausgedehnten Rundgang durch Primosten kehren wir auf das Schiff zurück und bereiten uns gedanklich auf das Abendessen in der Konoba Toni vor. Da taucht wie aus dem Nichts ein neuerliches Problem auf: Gusti steht unter der Dusche, alleine, es kommt kein  Wasser. Diesmal hat der Skipper eine geniale Idee (schon die dritte des Tages): Wir füllen den Tank auf! Der Schlauch ist in den Tiefen des Schiffes bald gefunden, der Wasseranschluss an Land ebenso. Gusti darf mit uns mitgehen.

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